Alles ist permanent in beliebiger Variation verfügbar. Wir haben uns daran gewöhnt, zu konsumieren. Kein Wunsch soll unerfüllt bleiben, erst recht nicht die gemachten. Wir warten nicht mehr auf etwas, wir wollen es gleich. Wir sparen nicht mehr auf etwas, wir kriegen Kredit.
Unsere Innenstädte bestehen aus Einkaufsmöglichkeiten. Unser Planet wird von Satelliten beschossen, deren Fernsehbilder nur Einblendungen zwischen Werbesendungen sind.
Uns beruhigt das. Die unendliche Reihe Joghurts, die Stapel von Fleisch. Der große Screen, der den sozialen Mindeststandard versichert.
Und der Markt ist besorgt, ja hysterisch. Er schreit wie ein Kleinkind, das wachsen und wachsen und wachsen muss. Er ist immer da - er ist in unserem Kopf. Wir sind in der Zange, in der Mangel, in der Gewalt.
Zugegeben, eine sanfte Gewalt. Eine zuckrige, pudergussige, weich duftige Gewalt. Eine Gewalt,die mit einer diffusen Abstiegsangst droht. Die mit Ausschluss droht, mit Isolation. Wenn du nicht komsunieren kannst, gehörst du nicht dazu. Ja- wozu denn?
Wollen wir an der Situation denn etwas ändern? Glauben wir an unbegrenztes Wachstum? Sind Begriffe wie "nachhaltig", "ökologisch", "bewusst" nicht auch schon ausgehöhlt und mit Marketingversprechen gefüllt? Fühlen wir uns nicht wohl mit einer immer verfügbaren Triebbefriedigung um uns herum?
Der Komsum frisst seine Kinder (© Lisz Hirn) - von innen heraus.