Verse

Blaues Stundenfragment

Denkst Du manchmal an die Momente
als das Leben mehr zu sein schien, als es war?
Denkst Du an die Träume die schillernden,
die, nur eine Handbreit entfernt,
nicht platzten sondern langsam in die Morgensonne des Vergessens glitten.
Spürst Du die kleinen Splitter und glatten Murmeln
und schweren Steine die
auf Deinem Herzen liegen. Die Liebessouvenire eines Lebens.
Und fremdes Lachen lässt die Augen brennen.
Dann ist Deine Stunde blau. Und dunkles Blau
spült flutend Deine Adern.
Nun lass Dir sagen, nichts davon kommt wieder. Nicht ein Tag.
Doch wir sind glücklich, die wir närrisch träumten und freimütig
das Herz verschenkten. Und Splitter, Murmeln, Steine
hinterließen.
Und geht mir morgen eine neue Sonne auf,
ach, ich würd es wieder tun, und wieder.



#Vers1


#Vers2




#Vers3





#Vers4



 Was kann ein Vers an Bedeutung haben?

 

 

Was kann ein Vers an Bedeutung haben.

Wo doch das Schlimmste weit hinter uns liegt.

Unser Frieden ist schön, und wir müssen nicht graben,

und die ernsten Tränen sind lange versiegt.

Wir stecken betäubt in Nichtigkeit fest,

in Aufzügen, Anzügen, Fernsehprogrammen,

ich zahle den Einkauf, und zähle den Rest,

und hör nicht,

und seh nicht,

mein Bruder! Mein Mensch!


Er schreit in den Flammen.

 

(© Einzelkindchen/Manuela Hennig)





#Vers5

Wie leuchten deine Farben mir

 

O Herbst,wie leuchten deine Farben mir.
ich kann nichts Trauriges in dir
entdecken.
wie Hesse sagte bist auch du
doch Stufe nur, und
weich gepolsterte.
ein kräftig Schütteln Altes
abzuwerfen
und Platz für Neues,
Schönes zu bereiten. 

 

(© Einzelkindchen/Manuela Hennig) 





#Vers6

Die Ideen der Anderen

 

 

 

Die Ideen der Andren die billigsten sind,

die  Anderen schuften, du bist schnell wie der Wind,

bist auch günstiger! Du verstehst das Geschäft,

die Andren die Scheune, und du das Gehöft.

 

Bist nicht groß oder klein, denn dich gibt’s überall,

nennst es Inspiration, aber ich nenns Zerfall,

andre grübeln und schreiben, aber du schreibst nur ab,

Copypaste, Lektorat, Doktorand im Galopp.

 

Andre hämmern und feilen, in den Lungen den Staub,

du sagst: Ähnlichkeitszufall; ich sage: Raub,

lieblich klingelt die Kasse und es schweigt das Gewissen,

ich bin mal ganz ehrlich,

bei mir hast du ver…..

 

 

…nünftigerweise nur Mitleid zu erwarten,

der Neid kennt keine Harke,

er will nur den Garten.

 

(© Einzelkindchen/Manuela Hennig)



Vers #7



Schreiberei

 

 

 

 

Früher wars ein leeres Blatt,



heute Windows 7,



jedoch immerforte gilt,



gefühlt, gequält, gedacht, geschrieben.



 



geschrieben, gedeutet, gezweifelt, versagt,



Musen niedergerungen,



übernächtigt,



vertagt.

 

(© Einzelkindchen/Manuela Hennig 2013)





#Vers8


Leer

 

 

Träge erhebt sich der Tag, bleibt fast unsichtbar.

Die Gedanken sind schwer.

Müde fällt Eisregen auf meine Lider.

Dieses Blatt bleibt leer.




(c) Einzelkindchen/Manuela Hennig 2013




Vers#9


Suche

Wir stürzen uns

vom Rand einer Flasche

und die nie endende 

Suche fängt uns auf




(c) Einzelkindchen/Manuela Hennig 1993





Vers#10


Ausgebrannt

Ich sagte: Alles! – und brannte aus
Von mir war nur Hülle und Asche noch da.
Ich fühlte mich grau, ich fühlte mich kalt,
und alles war gar nicht mehr wunderbar.
Das Feuer war heiß! Von Termin zu Termin,
und ihren und meinen Ansprüchen recht.
Wie schaffst du das alles? Ich lächelte nur,
und glaub mir, das Lächeln, das war immer echt.
Es glimmte und glühte und brannte in mir,
nur hörte es irgendwann nimmermehr auf!
Dann stellte das Schicksal mir mehrmals ein Bein,
und nahm meinen Fall gleichgültig in Kauf.
Ich sank zusammen.
Nun geht nicht einmal das Nötigste mehr,
nur Asche, nur Asche, durch meine Hand,
ich habe Angst, doch bleibe ganz stumm,
nur Asche, nur Hülle, nur Ödnis,
nah.


Nah am Rand.

 

(c) Einzelkindchen/Manuela Hennig 2013




Vers#11

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