Warum ich Puppen mache

 
Warum ich Puppen mache? Eigentlich ist es ja ganz normal, das Spielzeug von den Eltern oder Verwandten/Bekannten gemacht wird, immerhin gibt es nicht schon immer eine Spielzeugindustrie. So haben schon unzählige Mütter aus einem Stück Stoff oder etwas Stroh ein Püppchen für ihr Kind geknotet und gebunden, das dann mit großer Entzückung bespielt und gepflegt wurde. Diese einfachen Püppchen haben dann die Stöckchen, Steinchen und vielleicht Knöpfe ersetzt, die im Spiel zum Menschen wurden.


Als ich 2002 das erste Mal Waldorfpuppen sah, war ich ganz fasziniert, denn sie sind so anders als die Puppen aus dem Handel. Jede ist wirklich einzigartig! Darum war ich sehr froh,als wir 2004 in der Krabbelgruppe meiner Jüngsten gemeinsam Schlamperle (Puppen im weichen Stoffkörper mit Armen und Beinen) nähten. Obwohl wir die gleiche Lehrerin hatten, sah jedes Püppchen ganz anders aus. Ich habe seit meiner Kindheit Freude am Gestalten, aber das war eine ganz neue Erfahrung für mich - wie faszinierend, aus etwas Schafwolle und ein bißchen Stoff ein kleines Wesen entstehen zu lassen, das dann freudestrahlend in die Arme geschlossen wird!


Auch der Wert, der auf hochwertiges Material gelegt wurde, entsprach ganz meiner Intuition. Nur feine Schafwolle, nur unbedenkliche Stoffe - so ist die deutsche Traditionsfirma Westfalenstoffe quasi untrennbar mit den Stoffpuppen verbunden.
Ich habe dann einige Puppen genäht, für meine Tochter, für die Kinder von Freunden, ich habe experimentiert und kleine Herzchen und Sterne mit Köpfchen genäht, Puppen im Säckchen und Puppen mit Beinen, Kleine und Große. Ich besaß keine Nähmaschine, ich habe jede einzelne Naht von Hand geschlossen und jedes einzelne Haar mit Mohairgarn aufgenäht. Das war meine "Lehrzeit".

Weihnachten 2005 bekam ich dann eine Nähmaschine und natürlich ging dann alles viel schneller. Ich nähte nun auch Gliederpuppen, meine Lieblinge blieben jedoch immer die Püppchen im weichen Stoffkörper.


Als ich mein Studium der Philosophie nach der Babypause wieder aufnahm, gab es eine Zeitlang weniger Raum für meine handwerkliche Arbeit. Immerhin galt, es den Alltag mit drei Töchtern, das Studium, das Engagement in der Schule und die kleinen und großen Herausforderungen des Lebens zu organisieren. Nach einigen Praktika in verschiedenen Firmen und der Erkenntnis, das keine dieser Arbeiten mein Herz berührte jedoch, wagte ich 2007 den Schritt in die Selbständigkeit und gründete mein Label "Immertreu". Ich professionalisierte meine Arbeit mit den Puppen, baute meine erste homepage, begann zu bloggen, handelte mit Puppenmachermaterial und schrieb mein erstes ebook, damit auch andere Mamas ein Püppchen für ihr Kind herstellen können.


Immertreu wuchs und bald war meine ganze Familie involviert, wofür ich sehr dankbar bin. Puppenmachen übt eine ungebrochene Faszination auf mich aus. Es ist eine Mischung aus Inspiration und Handwerk. Für jedes Püppchen tauche ich ein Stück in meine Seele hinab und verbinde mich mit meiner Schaffenskraft. Ich hoffe, dass dies in meinen Püppchen zu sehen und zu spüren ist.

Ich liebe es auch, neue Puppenmodelle zu entwickeln! Es gibt noch viele Pläne, auf deren Umsetzung ich mich freue. Ich bin gespannt, wie euch dieses Ideen dann gefallen werden.


Kommentare

Seifenfrau R hat gesagt…
Schön, dass du uns mal den Werdegang erzählst...
juli buntes hat gesagt…
Sie sind ganz besonders und jede einzigartig! Ich bin verliebt in deine Puppen!
VLG Julia
Lolobionda hat gesagt…
Schön mal hinter die Kulissen blicken zu dürfen und etwas über dich zu erfahren! Liebe Grüße Lolo
Hummelschn hat gesagt…
♥ ich liiiiiiiiiiiiiiiiiiebe sie ;) schööööööööööÖÖÖÖÖn das du andere mit den herzigen püppchen ein lächeln ins gesicht zauberst :) ♥
küssken
deine jessi ♥

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